UTI: Schopenhauer

Filosofisk Mod

"Zum Philosophieren sind die zwei ersten Erfordernisse diese: erstlich, dass man den Mut habe, keine Frage auf dem Herzen zu behalten, und zweitens, dass man alles Das, was sich von selbst versteht, sich zum deutlichen Bewusstsein bringe, um es als Problem aufzufassen. Endlich auch muss, um eigentlich zu philosophieren, der Geist wahrhaft müßig sein; er muss keine Zwecke verfolgen und also nicht vom Willen gelenkt werden, sondern sich ungeteilt der Belehrung hin geben, welche die anschauliche Welt und das eigene Bewusstsein ihm erteilt."


—Arthur Schopenhauer: Parerga und Paralipomena, Zweiter Band, Berlin 1862. (Über Philosophie und ihre Methode, §3)

Skurke og Fjolser

“I en verden, hvor mindst fem sjettedele er skurke eller narre og fjolser, må enhver af den øvrige sjettedel, så meget desto mere, jo længere væk han befinder sig fra de andre, basere sit livssystem på tilbagetrukkethed, jo længere tilbage desto bedre. Overbevisningen om, at verden er en udørk, i hvilken man ikke kan regne med selskab, må blive til fornemmelse og – habituel. Ligesom væggene indsnævrer blikket, der atter udvider sig, når det blot har mark og vang foran sig, således indsnævrer menneskeligt selskab min ånd, og ensomheden udvider den atter.”


— Schopenhauer: Kunsten at kende sig selv, Kbh 2007, s. 36

Die Schreiberei unserer Philosophaster

"Was nun die Schreiberei unserer Philosophaster so überaus gedankenarm und dadurch marternd langweilig macht ist zwar, im letzten Grunde, die Armuth ihres Geistes, zunächst aber Dieses, daß ihr Vortrag sich durchgängig in höchst abstrakten, allgemeinen und überaus weiten Begriffen bewegt, daher auch meistens nur in unbestimmten, schwankenden, verblasenen Ausdrücken einherschreitet. Zu diesem aerobatischen Gange sind sie aber genöthigt; weil sie sich hüten müssen, die Erde zu berühren, als wo sie, auf das Reale, Bestimmte, Einzelne und Klare stoßend, lauter gefährliche Klippen antreffen würden, an denen ihre Wort-Dreimaster scheitern könnten. Denn statt Sinne und Verstand fest und unverwandt zu richten auf die anschaulich vorliegende Welt, als auf das eigentlich und wahrhaft Gegebene, das Unverfälschte und an sich selbst dem Irrthum nicht Ausgesetzte, durch welches hindurch wir daher in das Wesen der Dinge einzudringen haben, — kennen sie nichts, als nur die höchsten Abstraktionen, wie Seyn, Wesen, Werden, Absolutes, Unendliches, u. s. f., gehen schon von diesen aus und bauen daraus Systeme, deren Gehalt zuletzt auf bloße Worte hinausläuft, die also eigentlich nur Seifenblasen sind, eine Weile damit zu spielen, jedoch den Boden der Realität nicht berühren können, ohne zu platzen."


— Schopenhauer: Parerga und Paralipomena I - Ueber die Universitäts Philosophie.

Wie die Fliegen im Sommer

“Es ist in der Litteratur nicht anders, als im Leben: wohin auch man sich wende, trifft man sogleich auf den inkorrigibeln Pöbel der Menschheit, welcher überall legionenweise vorhanden ist, Alles erfüllt und Alles beschmutzt, wie die Fliegen im Sommer. Daher die Unzahl schlechter Bücher, dieses wuchernde Unkraut der Litteratur, welches dem Waizen die Nahrung entzieht, und ihn erstickt. Sie reißen nämlich Zeit, Geld und Aufmerksamkeit des Publikums, welche von Rechtswegen den guten Büchern und ihren edelen Zwecken gehören, an sich, während sie bloß in der Absicht, Geld einzutragen, oder Aemter zu verschaffen, geschrieben sind. Sie sind also nicht bloß unnütz, sondern positiv schädlich.”


— Schopenhauer: Parerga und Paralipomena II, kap. xxiv, §295